Offline is the new online!
Am Wochenende hatte ich mein ganz persönliches „Projekt Offline“. Ich hatte mir ein langes Wochenende genommen und mich zu einer Städtereise entschlossen. Mein MacBook ist natürlicher Bestandteil des Reisegepäcks, damit ich nichts verpasse. Aber im Zug hatte ich den spontanen Entschluss gefasst, einfach mal das Web2.0 Web2.0 sein zu lassen. Ich habe an diesem Abend nur einmal die Mails per iPhone abgerufen. Das wars.
Am Samstag war der Akku vom iPhone leer und eigentlich wollten wir raus. Noch nie bin ich außer Haus gewesen, ohne erreichbar zu sein. Dann überredete man mich, das Gerät doch einfach zu Hause zu lassen. Das Unfassbare geschah: Ich lies das Telefon liegen und wir gingen raus. Wir erlebten einen schönen Nachmittag/Abend und ich hatte niemals das Gefühl, dass mir etwas fehlt. Ein- oder zweimal wollte ich auf die Uhr schauen und griff instinktiv in die Hosentasche, aber da fiel mir ein, was los war. ;) Am Samstag Abend nutzten wir das MacBook dann doch noch, um einen Film zu schauen.
Fakt ist, dass es sehr lange her ist, dass ich mich einmal so offline gehalten habe. Es hat mir sehr gut getan, weil die Welt ja nun mal aus mehr als nur „Computergedönse“ besteht. Als Fazit aus der Sache habe ich beschlossen, meinen Web2.0-Konsum kritischer zu überdenken. Ich muss nicht immer erreichbar oder informiert sein, man muss auch mal die Ruhe genießen können. „Wer immer nur online ist, verpasst die schönen Seiten des Offline-Seins“ – nach diesem Motto leben hört sich nach einem guten Plan an, oder? ;)
Ich finde das Projekt total 2006. Was aber ein sehr gutes Jahr war. Ich persönlich bin auch lange zu viel online gewesen. Durch den neuen Job ist das nicht mehr so extrem, mir persönlich fehlen manche Kontakte dadurch gelegentlich. Allerdings bezieht sich das eh eher auf Gespräche, die man eigentlich auch von Skype wieder auf das Telefon verlegen könnte. Dank Flatrates kann ist Skype heute nicht mehr so notwendig wie 2006.
Twitter gab es damals auch noch nicht, das würde mir dann aber doch extrem fehlen. Von ehemals 5 Twitter-Accounts benutze ich nur noch einen, den allerdings auch hauptsächlich in der Freizeit. Und auf Twitter kann ich kaum verzichten, ich habe darüber extrem viele sympathische Menschen kennengelernt, die ich evtl. nie auf anderem Weg getroffen hätte. Die würde ich vermissen. Du bist einer davon. Und ohne Facebook viele Freunde. Aber im Grunde könnte ich es darauf beschränken.
Wenn ich bloß meinen Podcast und meinen RSS-Reader behalten darf. Denn ich lese keine Zeitung mehr, ich höre so gut wie nie Radio, schaue extrem wenig Fernsehen, das war 2006 auch noch etwas anders. Das Internet ist zu meiner Hauptinformationsquelle geworden. Schneller, unabhängiger, individueller. Allerdings auch spezialisierter. Alles hat Vor- und Nachteile. Vielleicht sollte man sich das Beste aus beiden Welten rauspicken, das ist ja subjektiv unterschiedlich was das dann ist, und sich tatsächlich mal gewisse Zeiten offline reservieren. Die Dosis macht’s, aber der Gedanke ist auf jeden Fall mal einen Moment wert. Danke für die Inspiration.
Hallo densco,
ja geht mir ähnlich wie Dir, bin froh Dich / Euch / Alle über Twitter kennengelernt zu haben :) Bin eigentlich hier vorbeigestolpert auf der Suche nach ner neuen Podcast Ausgabe von Dich aber da is nix :/ Schaaa dehh denn dein Podcast find / fand ich immer noch sehr jut, also lass ma was hören :)
Gruss
der Franger